Das Cover von Sideout hat mich auf den ersten Blick begeistert. Besonders liebe ich die Gestaltung mit den mehreren Bildern, die sofort verschiedene Facetten der Geschichte andeuten und neugierig auf das machen, was zwischen den Buchseiten wartet. Die Kombination aus den stimmungsvollen Motiven – von romantischen Momenten bis hin zu sportlichen Szenen und dem Flair von Paris – wirkt harmonisch und lebendig zugleich.
Ein echtes Highlight ist für mich die Art, wie der Titelschriftzug in Szene gesetzt wurde. Der große, kreisförmige Hintergrund mit den warmen Orange- und Goldtönen zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich und verleiht dem Cover eine moderne, dynamische Ausstrahlung. Insgesamt wirkt die Gestaltung hochwertig, ausdrucksstark und macht direkt Lust darauf, die Geschichte zu entdecken.
Erhalten als Rezensionsexemplar von Verena Seewald. Vielen herzlichen Dank.
Sideout” von Verena Seewald hat mich mit einer gefühlvollen Second-Chance-Romance überrascht, die weit mehr ist als eine Liebesgeschichte. Zwischen Beachvolleyball, unerfüllten Träumen, tief sitzenden Ängsten und einer Vergangenheit, die ihre Schatten bis in die Gegenwart wirft, erzählt die Autorin eine berührende Geschichte über Mut, Heilung und die Frage, ob man nach großem Schmerz noch einmal sein Herz öffnen kann.
Nina arbeitet als Sportfotografin und fühlt sich eigentlich im Wintersport zuhause. Dem Beachvolleyball hat sie längst den Rücken gekehrt – aus gutem Grund. Als sie jedoch den Auftrag erhält, die Beachvolleyball-Nationalmannschaft zu fotografieren, gerät ihre sorgfältig aufgebaute Welt ins Wanken. Denn ausgerechnet Lukas, ihr Ex-Freund, spielt in diesem Team.
Auch Lukas wird von der Nachricht völlig aus dem Konzept gebracht. Obwohl Nina zunächst gar nicht vor Ort ist, reichen allein die Erinnerungen an sie aus, um seine Gedanken zu beherrschen. Seine Konzentration leidet darunter so sehr, dass selbst ein wichtiges Testspiel verloren geht – etwas, das seinem Team normalerweise nicht passieren würde. Schon früh wird deutlich, dass beide nie wirklich miteinander abgeschlossen haben. Zwischen ihnen stehen unausgesprochene Worte, Verletzungen und Schmerz. Doch gleichzeitig spürt man in jeder Begegnung und zwischen jeder Zeile, dass die Liebe nie vollständig verschwunden ist.
Besonders bewegend fand ich Ninas persönliche Geschichte. Sie kämpft mit starken Ängsten, Panikattacken und einem enormen Kontrollbedürfnis. Ihr permanentes Kalorienzählen, die Angst vor Gewichtszunahme und ihre verzerrte Selbstwahrnehmung zeigen eindrucksvoll, wie sehr sie gegen ihre inneren Dämonen kämpft. Während des Fotoshootings wird dies besonders deutlich, als sie unterzuckert und ihr Körper die Grenzen aufzeigt, die sie selbst nicht wahrhaben möchte.
Gerade dieser Handlungsstrang hat mich sehr berührt, weil er mich an eine Zeit in meinem eigenen Leben erinnert hat. Auch ich kenne das Gefühl, alles kontrollieren zu wollen, um Sicherheit zu verspüren. Dadurch fühlte ich mich Nina unglaublich nah. Verena Seewald ist es gelungen, diese Ängste und Gefühle authentisch und nachvollziehbar zu transportieren, sodass ich mich oft direkt in Ninas Gedankenwelt wiedergefunden habe.
Als sich für Nina die Chance auf einen lukrativen Auftrag in einem Trainingslager auf Teneriffa ergibt, steht sie erneut vor einer Herausforderung. Lukas wird ebenfalls dort sein. Das hohe Honorar könnte ihrem großen Traum ein Stück näher bringen, für den sie jeden Cent spart. Doch die Frage bleibt: Kann sie ihren Gefühlen und Erinnerungen wirklich entkommen?
Schon recht früh während des Lesens hatte ich eine bestimmte Vermutung, was die Ereignisse in Ninas Vergangenheit betrifft – etwas, von dem Lukas nichts weiß. Mit jeder Seite hoffte ich mehr, dass sich meine Befürchtung nicht bewahrheiten würde, weil allein die Vorstellung daran mein Herz schmerzhaft zusammenschnürte. Genau diese emotionale Spannung hat mich durch die gesamte Geschichte getragen.
Auch das Beachvolleyball-Setting hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Leidenschaft für diesen Sport war auf jeder Seite spürbar. Lukas’ Ehrgeiz, seine Disziplin und sein unbedingter Wille zum Erfolg wurden sehr glaubwürdig dargestellt. Gleichzeitig war es faszinierend zu beobachten, wie ausgerechnet Nina der einzige Mensch ist, der ihn komplett aus dem Konzept bringen, aber auch erden kann.
Obwohl mir einige Fachbegriffe aus dem Beachvolleyball zunächst fremd waren, konnte ich mir die Spiele hervorragend vorstellen. Die Autorin beschreibt die Matches so lebendig und mitreißend, dass sie wie ein Live-Spiel vor meinem inneren Auge abliefen. Kleine Erklärungen zu einzelnen Fachbegriffen wären für mich das i-Tüpfelchen gewesen, um noch tiefer in diese Welt einzutauchen.
Besonders überzeugt hat mich außerdem der Schreibstil. Verena Seewald schreibt flüssig, emotional und sehr fesselnd. Die wechselnden Perspektiven von Nina und Lukas haben mir ermöglicht, beide Figuren intensiv kennenzulernen und ihre Gedanken, Ängste und Gefühle hautnah mitzuerleben. Dadurch entstand eine starke emotionale Bindung zu den Charakteren.
Auch das Slow-Burn-Tempo war für mich genau richtig. Die Geschichte nimmt sich die Zeit, die ihre Figuren brauchen. Gefühle entwickeln sich glaubwürdig, Verletzungen heilen nicht über Nacht und die Annäherung zwischen Nina und Lukas wirkt dadurch umso authentischer. Ich habe jede Herzklopf-Szene, jeden romantischen Moment und jede emotionale Entwicklung genossen und wollte das Buch nur ungern aus der Hand legen.

“Sideout” ist eine wunderschöne, emotionale Second-Chance-Story, die weit über eine klassische Liebesgeschichte hinausgeht. Verena Seewald verbindet Beachvolleyball-Feeling, große Emotionen und ernste Themen wie Ängste, Selbstwahrnehmung und Vergangenheitsbewältigung zu einer berührenden Geschichte über Mut, Heilung und die Kraft der Liebe.
Mich konnte das Buch emotional vollkommen erreichen und besonders Ninas Entwicklung hat mich tief bewegt. Das stimmige Slow-Burn-Tempo, die authentischen Charaktere und die greifbaren Emotionen machten das Lesen zu einem besonderen Erlebnis. Das Ende rundet die Geschichte wunderbar ab und lässt keine offenen Fragen zurück.
Eines weiß ich nach diesem Buch ganz sicher: Ich möchte unbedingt mehr von Verena Seewald lesen und mich noch häufiger in ihren Geschichten verlieren.

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© Cover: Verena Seewald;
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